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Bin im Kino

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Sehr einladend: die neu gestaltete Harmonie

Von Daniel Güthert

Getreu seinem Motto „Kino ist mehr als nur der Film" hat Hausherr Christopher Bausch nun auch sein zweites Lichtspielhaus in Frankfurt, die Harmonie, von Grund auf erneuert. Erst im Januar 2016 hatte er die Spielstätte zusammen mit dem Cinéma am Roßmarkt übernommen und machte sich prompt daran, das Cinéma umzubauen. Aus dem vormals beengten Eingangsbereich wurde ein großzügiges, exklusives Foyer im Flair eines französischen Bistros gezaubert.

Im Sommer nun hat Bausch zu seinem zweiten Schlag ausgeholt und hat auch die Sachsenhäuser Harmonie, dieses legendäre Stadtteilkino, das seit 1929 besteht, grundlegend modernisiert. Zum einen wurde der kleine Saal in Angriff genommen. Nichts, was hier nicht ausgetauscht worden wäre: Kinosessel, Böden, Saalbeleuchtung, Leinwand, Tonanlage, Digitalprojektion. Kleine Getränketische am Platz bieten zusätzlichen Komfort, und als Folge der reduzierten Sitzzahl (84 statt 90 Sitze) ist auch für mehr Beinfreiheit gesorgt.

Doch der eigentliche Coup war der anschließende Umbau des schmalen Kassenbereichs, der nach hinten um mehr als 60 Quadratmeter erweitert worden ist zu einem weitläufigen, einladenden Entree mit Bar und Caféhaus-Lounge. Dafür mussten die Wände zu den rückwärtigen Büroflächen, die der früheren Commerzbankfiliale dort gehörten, durchbrochen werden. „Ein gewaltiger Kraftakt" wie Bausch erklärt, bautechnisch wie auch finanziell – „ungleich komplizierter und teurer als die Sanierung des Kinosaals. Und das Ganze bei laufendem Betrieb." Denn das Haus ganz zu schließen wollte Bausch den Filmfreunden nicht zumuten.

Insgesamt hat Bausch für das Projekt eine mittlere sechsstellige Summe investiert, die nicht so hoch ausgefallen wäre, hätte er nicht auf das jüngst verabschiedete hessische Kinoinvestitionsprogramm (500.000 Euro) zurückgreifen können. „Das war ein großes Glück. Sonst hätten wir uns manches nicht leisten können, was jetzt doch finanziell darstellbar war." Neben der regulären Bundesförderung über die FFA konnte der 40-Jährige so noch mal 100.000 Euro über den hessischen Fördertopf abrufen.

An der programmlichen Ausrichtung der Harmonie beabsichtigt Bausch nicht zu rütteln. Auch künftig soll die Harmonie Anlaufstelle für den jungen, anspruchsvollen Filmkunstbereich sein, der auch mal sperriger und eigenwilliger sein darf. Daneben wird es weiter die bewährten OmU-Abende geben und vor allem auch die schrägen Reihen und Festivals wie die berühmten Surf-Nights oder das freakige Fantasy-Filmfest.

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