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Aller Grund zur Freude

Aller Grund zur Freude

Die Zahlen belegen: Produktion und Kinodigitalisierung kommen voran / Günter Schmitteckert*

Der Sommer, der in diesem Jahr nicht so recht das hielt, was er versprach, bescherte den hessischen Filmdienstleistern und Crewmitgliedern allen Grund zur Freude. Allein sechs durch Hessen Invest Film geförderte Kino- und TV-Produktionen waren von Mai bis August in Hessen an rund 90 Drehtagen unterwegs. Und auch im Spätsommer und Herbst setzte sich der Produktionsschub fort mit den Dreharbeiten zu „Das Böse“ (Regie: Stefan Ruzowitzky) und „V8 – Du willst der Beste sein“ (Regie: Joachim Masannek).

Grund zur Freude gaben aber auch die Festivalauftritte der aus Hessen geförderten Projekte, wie der internationalen Ko-Produktion „Lore“ von Regisseurin Cate Shortland. Neben zahlreichen Einladungen zu international renommierten Festivals wurde „Lore“ mit dem Publikumspreis in Locarno ausgezeichnet und geht nun auch für Australien in das Rennen um den besten Auslands-Oscar. Und das packende Familiendrama „Festung“, das komplett an der Bergstraße realisiert worden ist, erhielt von der Jugendjury des Internationalen Kinderfilmfestivals Lucas eine lobende Erwähnung.

Auch die neuesten Förderentscheidungen der Kommission lassen spannende Arbeiten erwarten, sind doch darunter Produktionen, die sich mit ganz ernsten, gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzen, aber auch solche, die schlicht nur unterhalten wollen, wie Helge Schneiders „00 Schneider – Im Zeichen der Eidechse“ oder das Leinwanddebüt der zur Kutlfigur avancierten Maulwurf-Handpuppe von René Marik in „Sein oder nicht’n Gaage!“

Hessen Invest Film: experimentierfreudig und mit Wagemut

So stehen die aktuellen Entscheidungen wiederum genau dafür, was Hessen Invest Film eben auch sein kann: experimentierfreudig und wagemutig. Hier sei nur an die Förderung des trashigen Independent-Films „Iron Sky“ erinnert, der sich als absoluter Publikumsliebling entpuppte.

Das Kontrastprogramm dazu bilden andererseits zwei originär hessische Projekte aus dem Bereich Dokumentarfilm. Beide Vorhaben zeichnet eine sehr eigene Herangehensweise an ihre Themen aus. Der Ansatz des Films „Das Böse“ ist ungewöhnlich, weil er die Täterperspektive in den Vordergrund rückt. Der preisgekrönte Spielfilmregisseur Stefan Ruzowitzky greift in seinem ersten Dokumentarfilm erneut das Thema seines Oscar-prämierten, von Hessen Invest Film geförderten Films „Die Fälscher“ auf und legt nun den Fokus auf die psychologischen Hintergründe der Täter, nähert sich der Fragestellung, wie ganz normale Menschen zu mitleidlosen Massenmördern werden konnten.

Und in "Kier's Trip“, dem zweiten zur Förderung angenommen Dokumentarfilm unternimmt der Frankfurter Produzent und Regisseur Hermann Vaske gemeinsam mit Film- und Kunstlegende Udo Kier eine Entdeckungsreise der besonderen Art. Vaske begleitet den langjährigen Kunstsammler und vor allem auch Kenner durch einige der bedeutendsten Museen Europas. Dabei wirft Kier einen ebenso fachkundigen wie unterhaltsamen Blick auf die moderne Kunst und verbindet kunsthistorische Fakten mit persönlichen Erlebnissen.

Fördermittel zur Kinodigitalisierung noch nicht ausgeschöpft

Aber auch die Kinobetreiber in Hessen hatten Grund zur Freude. Seit zwei Jahren läuft das aus europäischen EFRE-Mitteln (Europäischer Fonds für Regionalentwicklung) getragene Förderprogramm zur Digitalumrüstung der sogenannten Kriterienkinos in Hessen. Der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WiBank), die für die Abwicklung der Fördermaßnahme zuständig ist, lagen bis Ende August 51 Anträge für 74 Leinwände vor, mit einem Zuchußvolumen von fast 1,4 Millionen Euro. Bewilligt worden sind davon bislang 47 Anträge in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

Damit sind die Subventionsmittel aus diesem Topf, die sich auf 2 Millionen Euro belaufen, aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Bei der Planung der Maßnahme war berücksichtigt worden, dass alle hessischen Leinwände digitalisiert werden können. Daher sollten hessische Kinobetreiber ihre Chance umgehend nutzen. Denn die Anträge müssen spätestens bis Jahresende bei der WiBank eingereicht sein.

* Günter Schmitteckert ist Vorsitzender der Bewertungskommsion von Hessen Invest Film

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