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Grünes Licht für Kinodigitalisierung

Grünes Licht für Kinodigitalisierung

Mit 2 Millionen Euro unterstützt das Land die Umstellung auf Digitalprojektionen / Daniel Güthert

Lange Zeit stand das Menetekel im Raum, dass Hessens Kinos im Wettlauf um die digitale Zukunft abgehängt würden, wie das Hessische Film- und Kinobüro warnte. Der Systemwechsel als Marktbereining durch die Hintertür. Schließlich seien Investitionskosten von circa 70.000 Euro pro Kinosaal für kleine, chronisch unterkapitalisierte Filmtheater nicht machbar. Doch ohne Digitalprojektion keine Blockbuster. Da kommt von den Verleihern kein Pardon. Abgesehen davon, daß die Tage der klassischen 35-mm-Kopie generell gezählt sein dürften.

Angesichts dieses Investitionsdrucks hatten sich etliche Bundesländer wie Bayern schon 2009 entschieden, Finanzhilfen anzubieten. Andere Länder folgten. Und nun hat auch Hessen aus Mitteln des europäischen Strukturfonds (EFRE) ein Förderprogramm von 2 Millionen Euro aufgelegt, um den kapitalschwachen heimischen Kinobetrieben bei der digitalen Umrüstung zu helfen, wie Kunstministerin Kühne-Hörmann (CDU) sagt. Mit dem Strukturangebot sei beabsichtigt, einer Reduzierung der Kinos in Hessen und damit einer Verarmung des kulturellen Filmangebots nachhaltig entgegenzuwirken. Denn, so die Ministerin weiter, "das Kino ist noch immer ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen – insbesondere auf dem Land."

Vorbild für Hessens Förderinitiative war das Modell, das der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) gemeinsam mit der Filmförderungsanstalt (FFA) im Februar für den Bund ins Leben gerufen hatte. Antragsberechtigt sind sogenannte Kriterienkinos, die über maximal sechs Leinwände verfügen mit einem Umsatz zwischen 260.000 und 40.000 Euro pro Spielstätte. Zur Bezuschussung anerkannt sind 25 Prozent der Investitionssumme bis maximal 17.500 Euro pro Saal, im Ausnahmefall – nach Maßgabe kultureller oder struktureller Besonderheiten – auch bis zu 21.000 Euro. Förderungen von Bund (BKM, FFA) und Land sind dabei kumulierbar.

In ersten Reaktionen habe die Branche erleichtert reagiert, wie Erwin Heberling vom Film- und Kinobüro erklärt. Für viele kleine Häuser vor allem auf dem Land gehe es um die schiere Existenz. Und Kai Mellinghoff, Inhaber des Cinema im Nordhessischen Wolfhagen, eines eben dieser typischen Landkinos, bestätigt: "Ich warte täglich darauf, die neue Technik installieren zu können. Nur wenn ich Mainstream-Ware spielen kann, habe ich eine Überlebenschance."