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Film- und Medienkunst bei Media Art Base

Film- und Medienkunst bei Media Art Base

Das digitale Archiv soll Film- und Medienkunst allgemein zugänglich machen / Dieter Brockmeyer

In den vergangenen Jahrzehnten gingen immer mehr künstlerisch wertvolle Arbeiten verloren, da die bestehenden Archive kaum ausreichend Kapazitäten haben. Diese Erkennt­nis führte unter der Führung des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe zu einem in der Fachwelt als zukunftweisend angesehenen Kooperationsprojekt, zu dem sich vier angesehene Institutionen zusammenge­schlossen haben. Dazu zählen neben dem ZMK und dem European Media Art Festival in Osnabrück auch zwei hessische Einrichtungen von internationalem Rang, nämlich das documenta Archiv und das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest.

Unter dem Namen "Media Art Base" ist ein digitales Archiv entstanden, das leicht zugänglich sein soll und somit auch gerade kleinerer Archiven und Institutionen die Möglichkeit gibt, sich anzudocken und ihre Bestände einzuarbeiten. Folgerichtig basiert die ganze Softwarearchitektur auf weitgehend kostenlosen Open Source Anwendungen, um die Datenbank dezentral und vor allem kostengünstig zu schaffen und mit bereits vorhandenem Datenmaterial verknüpfen zu können.

Doch schon die vier bereits eingebundenen Kooperationspartner sicheren einen beachtlichen Grundstock für das Archiv. Das documenta Archiv etwa wird in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk besonders gefährdete Originalvideos von documenta-Künstlern, aber auch Interviews mit ihnen und Mitschnitte von seltenen dokumentarischen Beiträgen im Fernsehen digitalisieren. Im Präsenzarchiv des documenta Archivs sind unter anderem über 3000 Videos, 450 DVD's und 40000 Dias und Fotos enthalten.

Das Kassler Dokumentarfilm- und Videofest wird zunächst die Metadaten aller auf dem Festival gezeigten Filme, Videos und Installationen erfassen. Metadaten basieren auf international abgestimmten Standards, die es ermöglichen, die Inhalte auch in andere Anwendungen und Softwarearchitekturen zu übernehmen. Aus dem Bestand an Film- und Videomaterial von über 2865 Arbeiten soll vorerst eine Auswahl von besonders bedeutenden filmischen oder künstlerischen Werken digitalisiert werden.