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Im Osten viel Neues

Im Osten viel Neues
Vom 22. bis 28. April fand das 9.GoEast-Festival des ost- und mitteleuropäischen Films statt
Von Alexander Scherer

„Es ist an der Zeit, sich zu öffnen, für Gedanken, Bilder, Mythen und Geschichten der östlichen Nachbarn. Für ihre Kultur. Für ihre Filme“, so seinerzeit Claudia Dillmann, die Direktorin des Deutschen Filminstitutes (DIF), im Vorwort des Katalogs zum allerersten goEast-Festival 2001. Zweieinhalb Jahre dauerte die Vorbereitung des von ihr gegründeten Festivals. Damit griff das DIF eine Tradition wieder auf, denn bis Ende der achtziger Jahre organisierte man im Auftrag der Bundesregierung die osteuropäischen Filmwochen, die durch die Städte der BRD tourten. Das Publikum sollte Einblick hinter den Eisernen Vorhang erhalten.

GoEast bemühte sich aber von Anfang um mehr: um einen echten interkulturellen Dialog zwischen Regisseuren und Publikum, zwischen Historikern und Filmwissenschaftlern in diversen Symposien und zwischen Nachwuchsregisseuren aus Ost und West im Hochschulwettbewerb. Schnell fand das Festival Unterstützung bei der Landeshauptstadt Wiesbaden und dem Land Hessen. Weitere Partner kamen hinzu, und nicht zuletzt half die Schirmherrschaft durch Hilmar Hoffmann, den früheren Frankfurter Kulturdezernenten, das Festival in kürzester Zeit zu etablieren.

So wurde auch die neunte Ausgabe des Festivals, das vom 22. bis 28. April in Wiesbaden und Frankfurt am Main stattfand, zu einem vielbeachteten Panorama des osteuropäischen Films, mit 37 Wettbewerbsbeiträgen aus 20 Ländern und mehreren Sonderreihen. In einer großen Retrospektive wurde die russische Filmemacherin Kira Muratova geehrt. Ein weiterer Schwerpunkt galt dem gegenwärtig wohl populärsten tschechischen Regisseur Jan Svěrák ("Kolja"), und in einem „Special Tribute“ wurde der polnische Jazz-Komponist Krysztof Komeda-Trzcinski gewürdigt, der besonders durch seine Zusammenarbeit mit Roman Polanski bekannt wurde.

Gewinner des mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreises, der Goldenen Lilie, wurde der georgische Spielfilm "Das ander Ufer" von George Ovashvili, den Preis für den besten Dokumentarfilm, ebenfalls in Höhe von 10.000 Euro, erhielt der polnische Beitrag "Ich liebe Polen" von Joanna Slawińska und Maria Zmarz-Koczanowicz.