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Eine Fundgrube der Filmgeschichte

Eine Fundgrube der Filmgeschichte
Das neue Filmarchiv in Wiesbaden gehört zu den wichtigsten in der Bundesrepublik
Von Hermann Wygoda

Was lange an diversen Standorten in Frankfurt und Wiesbaden verstreut war, ist jetzt in der Hessischen Landeshauptstadt an einem Ort zusammengefaßt: Die Archivbestände des Deutschen Filminstituts (DIF). Anfang des Jahres ist das neue Lager Wiesbaden Biebrich eingeweiht worden – 900 Quadratmetern Fläche im Tiefgeschoß eines Gewerbekomplexes, gut gekühlt bei 10 Grad Celcius, samt Sichtungs- und Verwaltungsräumen im zweiten Stock. Dort stehen auch Schneidetische im 35- und 16 Millimeter-Format bereit, an denen Filme zu wissenschaftlichen oder privaten Zwecken gesichtet werden können.

In der neuen Lagerhalle stapeln sich Unmengen an Filmrollen und Bändern. Materialien von etwa 20.000 Titeln, wie Claudia Dillmann, Leiterin des DIF, bei der Eröffnung erklärte. Filmschätze von historischem Rang, wie etwa die Stummfilmklassiker des Berliner Filmpioniers Oskar Messter oder die restaurierte Fassung der berühmten Hamlet-Adaption von 1921 mit Asta Nielsen in der Titelpartie. Mit dem Filmarchiv des DIF, in das auch die Bestände der Murnau-Stiftung eingeflossen sind, ist Wiesbaden zu einem exponierten Archivstandort neben Berlin und München geworden.

In Wiesbaden bietet das DIF aber nicht nur alle Dienstleistungen der Filmrestaurierung, Konservierung und Sichtung an. Auch der Verleih des Librarybestandes kann jetzt von Wiesbaden aus abgewickelt werden. „Mit unseren zehn Mitarbeitern können wir nun zentral wirklich alle Dienstleistungen erbringen, die man von einem Archiv erwarten kann", resümiert Rudolf Worschech, Leiter der Dependance, die Vorteile.

Daneben aber drückt Worschech noch ein ganz anderes Problem: „Wir arbeiten weiter sehr intensiv an den Fragen für die zukünftige digitale Konservierung unseres Filmerbestandes“. Denn immer mehr Filmmaterial entsteht digital, doch niemand habe die Frage beantwortet, ob und wie dieses Erbe für die Zukunft bewahrt werden könne. Groß sei die Sorge, daß die per Bits und Bytes festgehaltenen Aufnahmen nicht annähernd so lange erhalten blieben wie der klassische Zelluloidstreifen. Und der halte, gut gekühlt, bei 10 Grad Celcius, eine Ewigkeit.