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Der Blick hinter die Kamera

Der Blick hinter die Kamera
Der 9. Marburger Kamerapreis geht an Wolfgang Thaler
von Alexander Scherer / Daniel Güthert

Filme leben von ihren Bildern. Nicht ausschließlich, aber zu großen Teilen. Doch wer sind die Akteure hinter der Kamera? Worin liegen die Feinheiten von Kameraführung, Bildgestaltung, Ausleuchtung? Um hinter die Geheimnisse dieses Fachs zu kommen, sind 1999 erstmals die Marburger Kameragespräche eingeführt worden, begleitet seit 2001 durch die Vergabe des Kamerapreises für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Kameraarbeit.

Zum neunten Mal ist der gemeinsam von der Stadt und der Marburger Phillips-Universität verliehene und mit 5.000 Euro dotierte Preis nun vergeben worden, in diesem Jahr an den Österreicher Wolfgang Thaler, der unter anderem für die Dokumentarfilme von Pepe Danquart "Höllentour" und "Am Limit" hinter der Kamera stand. Thaler habe uns mit seinen Extremaufnahmen, so die Jury, auf Bilderreisen ungeahnter Schicksale mitgenommen. Thaler gelte heute als ein führender Vertreter des österreichischen Gegenwartskinos.

Damit reiht sich Thaler in die Liste illustrer Preisträger ein, darunter Namen wie Raoul Coutard ("Die Verachtung"), Walter Lassally ("Alexis Sorbas") oder Renato Berta ("Auf Wiedersehen, Kinder") ein. So genießen die Marburger Kameragespräche inzwischen großes Renommee. Man habe sich gut vernetzt, so Karl Prümm, Professor für Medienwissenschaft und Initiator der Kameragespräche, so daß man auf eine ganze Anzahl enger Kooperationen zurückgreifen könne, darunter auch mit dem Deutschen Kameraverband (BVK) als Mitveranstalter der Marburger Reihe.

So wird seit 2008 auch mit der Frankfurter Postproduction-Messe eDIT/Visual Effects zusammengearbeitet, indem eine gemeinsame Veranstaltungsplattform in Form von Werkstattgesprächen mit den jeweiligen Preisträgern eingeführt worden ist. „Eine für uns wichtige Kooperation“, so Sebastian Popp, Leiter der eDIT, "die wir auch 2009 mit Wolfgang Thaler als Gast fortsetzen werden." Und schließlich ist auch die Vernetzung mit der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA) im Gespräch, um durch gemeinsame Anstrengungen der Bedeutung der Kameraarbeit für den Film Rechnung zu tragen.