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25 Jahre epd-Film

25 Jahre epd-Film
Ein viertel Jahrhundert unabhängige Filmkritik im Auftrag der evangelischen Kirche
Von Daniel Güthert

Was in Frankreich die Cahiers du Cinéma sind, die legendäre Filmzeitschrift aus den Zeiten der Nouvelle Vague, ist bei uns epd-Film, „ein Bollwerk der unabhängigen Filmkritik", wie es Volker Schlöndorff kürzlich so imposant titulierte. Denn während die seriöse Filmkritik zunehmend schwindet und im Fernsehen allenfalls noch versteckt in den Dritten Programmen stattfindet, bietet epd-Film Monat für Monat ein grandioses Schaufenster der weltweiten Filmkunst, mit ausführlichen Filmbesprechungen, mit Hintergrundberichten, Portraits und Interviews. Auch Nebensparten wie der DVD-Markt, die Filmliteratur, die Filmpolitik oder Technikthemen werden dabei nicht ausgespart, wenn etwa die Digitalisierung der Kinoprojektion oder die Weiterentwicklungen der Blue-Ray Disk im DVD-Markt vorgstellt werden.

Seit 25 Jahren erscheint nun dieses unter Cineasten geschätzte Magazin, herausgegeben vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik in Frankfurt am Main (GEP), das heißt von der Evangelischen Kirche (EKD). Für die Kirche sei dieses Enagagement auf kulturellem Sektor eine Verpflichtung, wie Rudolf Worschech, Redaktionsleiter von epd-Film, erklärt, zumal in einem Medium, das in seiner Bilderkraft so einflussreich ist. Und diesen Anspruch läßt sich die EKD etwas kosten. Denn tragen kann sich das Heft aus eigenen Kräften, aus Verkaufszahlen und Werbeeinnahmen nicht, selbst wenn der Abonnentenkreis von anfänglich 1.200 konstant auf heute 7.000 Leser gestiegen ist, bei einer Auflage von 10.000 Heften ingesamt.

Einer Einflußnahme auf die Redaktionsarbeit enthält sich die Kirche jedoch. Es gehöre zum Selbstverständnis evangelischer Publizistik, so Worschech, „unabhängig von wirtschaftlichen und politischen Interessen kritisch zu berichten". Natürlich würden Filme, die explizit Kirchenfragen behandeln, etwas breiter ins Blickfeld gerückt, aber andererseits habe auch das große Hollywoodkino seinen Platz im Blatt.

Die Hessische Landesregierung nutzte den Rahmen ihres Berlinale-Empfangs, um epd-Film zum 25-jährigen Jubiläum zu gratulieren. Dabei wurde auch der epd-Leserpreis für den besten Deutschen Film des Jahres verliehen, der an Andreas Dresen für seinen vielfach preisgekrönten Film "Wolke 9" ging.