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Von A-Z

Das ACAM-Network im Porträt
von Alexander Scherer
 
Frage: was fängt mit A an, hört aber nicht vor 24 Uhr auf zu arbeiten? Die Antwort: ACAM, größter Kameradienstleister im Rhein-Main-Gebiet und eine der wichtigsten Produktionsfirmen Frankfurts, denn ACAM bietet nicht nur EB-Teams fürs Fernsehen an. So vereint das ACAM-Network, bestehend aus ACAM GmbH (Kamera), AVERA (Postproduktion), NEW BEST FRIEND (Konzeption, Redaktion u. Regie) und MAUSMEISTER.COM (Internet) alle Kernkompetenzen unter einem Dach, um sowohl unabhängig Dienstleistungen für den Markt anbieten zu können, als auch gemeinsam komplette Aufträge zu realisieren.

Das Haus, das heute einen festen Mitarbeiterstab von 40 Kollegen - bei ACAM alleine 30 Beschäftigte - umfasst, begann natürlich auch einmal klein. Geburtshelfer war dabei die Frankfurter Goethe-Universität. Dort studierte der heutige Alleingesellschafter und Geschäftsführer der ACAM GmbH, Jürgen Rumbuchner, Musik- und Kunstpädagogik. Durch Workshops kam er frühzeitig in Berührung mit Film- und Fernsehtechnik sowie dabei in den Genuss wichtiger erster Kontakte.

Ursprünglich war jedoch nicht die filmtechnische Richtung, sondern die musikalische Richtung angepeilt, genauer gesagt, die der Filmmusik. Nach lehrreichen Erfahrungen bei diversen Produktionen (u.a. Aufnahme- und Produktionsleitung bei einem Kinovorfilm) konkretisierte sich die Idee immer mehr, eine eigene Firma zu gründen. Der besondere Clou: Der Firmentitel begann mit "A" – damals noch ATV. So hatten Rumbuchner und seine drei, später zwei, Mitstreiter die Gewissheit in den Gelben Seiten weit vorne zu liegen. Der Kniff, zugegebenermaßen von der Klempnerzunft abgeschaut, sollte sich auszahlen: als die frisch gegründete TELE-FAZ 1990 in Kooperation mit RTL mit ihrem hessischen Regionalfenster auf Sendung ging, suchte die TELE-FAZ eine Produktionsfirma und stieß auf das junge Unternehmen in Bad Homburg – über die Gelben Seiten.

Leider lief die Zusammenarbeit nur anderthalb Jahre. Die FAZ musste sich dem allgemeinen Spardruck beugen. Dafür kam aber jetzt der Osten ins Spiel: In Erfurt gründete man eine Außenfiliale, mit dem entscheidenden Vorteil, direkt mit den Sendern vor Ort verhandeln zu können.
 So sorgte die aufblühende Fernsehlandschaft im Osten - hauptsächlich arbeitete man für den neu gegründeten MDR – dafür, dass das Geschäft in Frankfurt zeitweise mitfinanziert wurde. Aber leider haben auch die schönsten Erfolgsstories manchmal ein jähes Ende. 1994 trennten sich die Wege der beiden Gesellschafter, Jürgen Rumbuchner und Helmut Fischer. Rumbuchner führte die Geschäfte der ATV unter dem neuen Namen ACAM fort, während Helmut Fischer sich an der Neugründung der Firma SCOPAS MEDIEN beteiligte.

Wirtschaftlich bedeutete die Trennung für ACAM keine Zäsur. Man arbeitete wieder für RTL, daneben aber auch für andere Sender wie SAT1, hr oder die DEUTSCHE WELLE. Ein zusätzliches Standbein ergab sich schließlich in der Werbung, anfangs über Kinowerbespots bis hin zur aufwendigen Industriefilmproduktion wie etwa für die COMMERZBANK (2001).

Doch wie geht etwas, das mit A begann, weiter? Das Schiff ACAM ist bisher nicht in die Untiefen der Medienkrise geraten, was an der soliden Geschäftsführung zu liegen scheint. Noch musste niemand entlassen werden, dank einer genügenden Zahl überregionaler Auftraggeber - so arbeitet man u.a. für RTL II, den KINDERKANAL und sogar für das schwedische Fernsehen SVT. Es gibt mittlerweile eine Filiale in Köln, die unter dem Namen JUNKETS arbeitet, und die ehemalige Niederlassung in Erfurt ist ebenfalls längst ein unabhängiges Unternehmen mit Namen BILDPUNKT. Trotzdem will man überschaubar bleiben, weshalb an eine weitere Expansion nicht gedacht ist. Dem Thema Videojournalismus steht Rumbuchner skeptisch gegenüber. Klar sei, dass die Sender sparen, aber trotzdem senden müssen. Dennoch könne nicht alles durch VJ’s ersetzt werden, zumal wenn es um Qualität ginge. Daher setze man bei ACAM auf eine solide Ausbildung, die aus einem Jahrespraktikum mit Schwerpunkt Kamera besteht, an das viele der Azubis oft noch eine Ausbildung als Mediengestalter anhängen - sicher mit der Hauptgrund, warum es ACAM noch gibt. Trotz vieler Ideen ist man aber in erster Linie froh auf dem heiß umkämpften Markt bestehen zu können; nicht umsonst steht ACAM in den Gelben Seiten immer noch weit vorne.

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