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Startschuss für den FilmFinanzierungsFonds Hessen Invest Film
Bilanz nach der ersten Sitzung der Bewertungskommission
von Britta Bachmann*

Lange Zeit sah es nicht danach aus, als könne das neue Förderprogramm für die hessische Filmwirtschaft "Hessen Invest Film" pünktlich starten. Wegen der erforderlichen EU-Notifizierung hatte Brüssel noch kein grünes Licht gegeben. Denn im Gegensatz zum alten Programm weist der neue Fonds nicht nur ein wesentlich höheres Volumen auf, sondern ist auch anders aufgebaut. Neu sind zum Beispiel die „Speisung des Fonds“ über den Kapitalmarkt oder die Verpflichtung zu einer erfolgsunabhängigen Verzinsung der Darlehensbeträge in Höhe von 2 Prozent. Doch rechtzeitig vor der Sommerpause, Ende Juni war es schließlich soweit: die 20-köpfige Bewertungskommission des neuen Filmfonds Hessen kam zu ihrer ersten, konstituierenden Sitzung zusammen, unter Vorsitz von Reiner Schöler vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Offiziell angekündigt hatte Udo Corts, Minister für Wissenschaft und Kunst (CDU), die Neuauflage des Fonds bereits auf der Berlinale in Frühjahr. Während die meisten Bundesländer ihre Beihilfen für die Filmindustrie drastisch gekürzt haben, hatte sich Hessen entschieden, mit einem Finanzvolumen von insgesamt 20 Millionen Euro einen anderen Weg in der Filmförderpolitik einzuschlagen. Ziel des hessischen Modells sei es, wie der Minister anläßlich des Berlinale-Empfangs betonte, Rückflüsse und Gewinne aus den einzelnen Projekten zu erzielen, um das Kulturgut Film in seiner deutschen und europäischen Ausprägung im internationalen Wettbewerb zu stärken und besonders den Film- und Medienstandort Hessen weiter voranzubringen. In Zeiten knapper öffentlicher Kassen sei dieses Ziel der Landesregierung der einzige Weg, überhaupt noch Gelder für Produzenten und die Filmbranche zur Verfügung zu stellen.

Ein Finanzpaket dieser Größenordnung hat natürlich Signalwirkung – auch über Landesgrenzen hinweg. So ist die Erwartung der Landesregierung, auch Firmen außerhalb Hessens anzuwerben. Das bringt Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze. Letztlich werden von einem Erfolg des Programms alle Akteure profitieren: Antragssteller, Branchenvertreter und das Land Hessen.

Und ein erster Erfolg ist schon sichtbar. Von den vielfältigen Nachfragen gingen für die erste Jury-Sitzung gleich zwölf Anträge ein, von denen zehn der Kommission zur Begutachtung vorgelegt wurden, mit einem Antragsvolumen von rund drei Millionen Euro, gestaffelt nach Darlehensbeträgen zwischen 55.000 Euro und 1.000.000 Euro. Insgesamt wiesen die zehn Projekte ein Produktionsvolumen von über 65 Millionen Euro auf.

Bei drei Vorhaben hat die Jury für eine Förderung votiert, im Umfang von insgesamt 1 Million Euro (siehe nebenstehende Projektliste ???). Vier Projekte sollen in der Sitzung am 31. August nochmals begutachtet werden. Da weitere Anträge derzeit noch in der Warteschleife stehen, ist es wahrscheinlich, dass die Kommission auch in ihrer nächsten Sitzung im August ein volles Programm zu bewältigen hat.

Die Inhalte der bewilligten Projekte sind sehr unterschiedlich. Die Palette reicht von einer authentischen Geschichte der größten Falschgeldaktion aller Zeiten im Nazideutschland („Der Fälscher“, Regie Stefan Ruzowitzky, Magnolia Filmproduktion) über die Kinoverfilmung des PC-Spieles „Dungeon Siege“ - in der Aufmachung eines modernen und rührenden Märchens im späten 17. Jahrhundert - von den Produzenten Uwe Boll und Wolfgang Herold („In the Name of the King“), bis hin zu einem Film über den berühmten afroamerikanischen Jazzmusiker Jon Hendricks („Blues March – Der Soldat Jon Hendricks", Regie Malte Rauch, Produzent Strandfilm). Alle bewilligten Projekte haben eine kommerzielle Ausrichtung. Kommission, Landesvertreter und IBH sind sich einig: Das war ein erster Schritt in die richtige Richtung.

„Das Programm hat Akzeptanz gefunden“, bemerkten nach der Sitzung auch übereinstimmend Reiner Schöler und Gerhard Bauer (Geschäftsführung Hessen-Invest Film bei der IBH). Zweifelsohne ist dieses Ergebnis nicht nur dem guten Zusammenspiel aller Akteure zu verdanken, sondern insbesondere auch den einzelnen Mitgliedern der neuen Kommission, die in hervorragend fachkundiger Weise die jeweiligen Anträge beraten und begutachtet haben.
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