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Shorts at Moonlight

In seiner zweiten Auflage 2004 hat sich das open-air-Kurzfilmfestival weiter etabliert

Von Kurt Kohlbecker*

Das neugegründete Kurzfilmfestival „Shorts at Moonlight" zeigte 2004, im zweiten Jahre seines Bestehens über 170 hervorragende Kurzfilme überwiegend deutscher Produktion und konnte sich des Zuspruchs von 5000 Zuschauern erfreuen.

Mit dieser sehr respektablen Zuschauerzahl hat sich Shorts at Moonlight schon jetzt in die Reihe großer deutscher Kurzfilmfestivals katapultiert. Aber auch die Anzahl der gezeigten deutschen Filme ist bemerkenswert, liegt darauf doch ein deutlicher Schwerpunkt des neuen Festivals der Region Rhein-Main.

Aus zwei sehr unterschiedlichen Gründen wurde Shorts at Moonlight so erfolgreich vom Publikum angenommen. Zum einen überzeugt das überraschend hohe Niveau, die Kreativität und Vielfalt der Filme, zum anderen die wunderbare Atmosphäre, open-air und in den schönsten Locations der Region, liebevoll ausgestattet.

„Shorts at Moonlight ist ein Festival, das für die ganze Region konzipiert ist", so Gudrun Winter, künstlerische und organisatorische Leiterin des Festivals. „Im wirtschaftsstarken, urban orientierten Rhein-Main-Gebiet ist besonders im Sommer das Bedürfnis nach hochwertigen open-air Angeboten groß. Gleichzeitig gibt es eine riesige Auswahl an wunderschönen Burgen, Schlössern und Parks, die sich für attraktive Sommernachtsveranstaltungen phantastisch eignen. Es fehlt lediglich das passende Veranstaltungsangebot - und das wurde in der Spitzenleistung deutscher Kurzfilmer gefunden."

Ein Marketingstratege hätte es nicht besser planen können. Tatsächlich jedoch kamen zuerst die Kurzfilme. Denn Gudrun Winter, Vorstandsvorsitzende des kleinen aber aktiven Vereins „Shorts at Moonlight e.V." war und ist selbst begeisterte Kurzfilmregisseurin. Ihre Filme liefen erfolgreich auf internationalen Festivals zwischen Moskau und Los Angeles. Indem sie ihre Filme auf die Festivals begleitete, lernte sie die internationale Filmfestivalszene kennen. „Dabei entstand die konkrete Vorstellung, wie und in welchem Rahmen ich selbst – und damit auch vermutlich andere – diese kleinen Kostbarkeiten des Films präsentiert bekommen möchte.

Es sind Besonderheiten, die einer entsprechenden Präsentation bedürfen, gerade so, wie ein Bild erst durch einen Rahmen richtig zur Wirkung kommt," da ist sich die Kurzfilmenthusiastin sicher.

Das Schlüsselerlebnis hatte sie dann in Frankreich, anlässlich der Frankreichpremiere ihres Films „Quitt". „Als ich in Grenoble erlebt habe, wie hunderte von Menschen in der lauen Sommernacht Kurzfilme open air auf der Leinwand des großen Marktplatzes genossen, teils auf den Stühlen der umliegenden kleinen Bistros, teils auf mitgebrachten Hockern oder einfach auf dem Boden sitzend, da wusste ich: So eine Atmosphäre will ich wieder erleben – und immer wieder. Es war, als würde alles schweben, wie in einem wohligen Traum – nicht nur für mich. Ich glaube, dass das alle, die da waren, so empfunden haben. Das war einer dieser Glücksmomente, die man nie vergisst".

Zuhause in Hofheim bei Frankfurt machte sich die Pragmatikerin ans Werk und realisierte im Sommer 2003 zunächst im Alten Wasserschloss in Hofheim das erste open air Kurzfilmfestival. Der Erfolg dieser Veranstaltung brachte sofort zahlreiche Anfragen mit sich und rief in der Folge nicht wenige Unterstützer auf den Plan. So konnte 2004 die Veranstaltung bereits auf 8 Burgen, Schlösser und Parks in der Region ausgeweitet werden, zahlreiche Kurzfilmregisseure haben hier eine neue attraktive Präsentationsplattform gefunden und dem Kurzfilm wurden viele neue Fans beschert.

Unterstützt von Sponsoren, wie Skoda, der Nassauischen Sparkasse, dem MainTaunusKreis, den beteiligten Städten und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geht Shorts at Moonlight aber auch 2005 wieder auf Wachstumskurs. Gudrun Winters Absicht: „Nach der erfolgreichen Premiere 2004 in Mainz, planen wir in diesem Jahr verstärkt auch weitere große Städte mit einzubeziehen – wie Frankfurt, Hanau, Wiesbaden und natürlich wieder Mainz. Dabei werden wir die kleineren Städte nicht vernachlässigen. Und wir legen selbstverständlich nach wie vor immer größten Wert auf das Ambiente."

Oft sei das Publikum erst einmal völlig überrascht von der Qualität der Filme, wie Gudrun Winter feststellen musste. „Es scheint vielen offensichtlich immer noch nicht bekannt zu sein, dass deutsche Kurzfilme zu den besten der Welt gehören und deshalb regelmäßig bei der Oscarverleihung dabei sind. Dazu kommt, dass Kurzfilme Kult sind. Vermutlich hat das etwas mit den veränderten Sehgewohnheiten zu tun. Vielleicht spricht aber auch die frische – freche – fröhliche Art der Kurzfilmer an, die sich frei von politischer Korrektheit, TV-Sendeplatzdefinitionen und Werbeumfeldbeschreibungen hier kreativ auf höchstem Niveau austoben können". So sollen auch in 2005 jeden Abend andere Filme gezeigt werden und immer wird vom Publikum ein Tagessieger ermittelt, der dann im krönenden Finale um den Skoda-Kurzfilmpreis antritt.

So wie Gudrun Winter dies in Grenoble erlebt hat – so auch in Rhein- Main. „Nun ist nicht jede Sommernacht eine laue, sternenklare Vollmondnacht. Aber es hat sie schon gegeben bei Shorts at Moonlight und wird sie wieder geben. Und wir werden mit den besten Kurzfilmen, die wir zu bieten haben, bereit stehen, um sie zu einer unvergesslichen Sommernacht zu machen." Das Publikum wie die Filmemacherinnen und Filmemacher haben Anlass, sich zu freuen: Auf die nächsten Shorts at Moonlight.

Für die Presse steht ab sofort eine DVD „Best of Shorts at Moonlight" mit den 8 Preisträgerfilmen des Skoda-Kurfilmpreises von 2003 und 2004 zur Verfügung. (Informationen: 0172-7 44 22 02 oder www.shortsatmoonlight.de)

*Kurt Kohlbecker ist Vorstandsmitglied des Vereins „Shorts at Moonlight"

Filmhaus Frankfurt e.V.
Ostbahnhofstr. 15
60314 Frankfurt
Tel.: 069 / 13 37 99 94
Fax: 069 / 13 37 99 96
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