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Film, Bildung und Regisseure

Film, Bildung und Regisseure

Die neue Filmreihe "Eastend Screenings" im Medienzentrum Frankfurt

Von Alia Pagin*

Seit Herbst 2012 veranstaltet das Medienzentrum Frankfurt in Kooperation mit dem Filmhaus Frankfurt die Filmreihe „Eastend Screenings“. Eingeladen ist zu den Vorführungen stets der jeweilige Filmemacher. Denn wer könnte besser darüber Auskunft geben, inwieweit sich die jeweiligen Filmtechniken im historischen Kontext auch auf die gewählte Erzählstruktur des Films beziehen und das Zeitgeschehen entsprechend allegorisieren?

In erster Linie richtet sich das Angebot an Partner aus dem Bildungsbereich, aber auch an allgemein Interessierte und Filmschaffende selbst – also an die jeweiligen Zielgruppen von Medienzentrum und Filmhaus. Gezeigt werden Filme, die im Verleih des Medienzentrums und somit von Frankfurter Lehrkräften ausleihbar sind: neben didaktischen Medien auch zahlreiche Dokumentationen und Spielfilmproduktionen.

Durchgeführt wird die Reihe in einem zweigliedrigen Ablauf. Dem eigentlichen Filmabend folgt am nächsten Vormittag eine Aufführung des Films mit eingeladenen Schulklassen, bei der der Regisseur ebenfalls anwesend ist, um mit den Schülerinnen und Schülern im Anschluss diskutieren zu können.

Mit dieser Filmreihe erweitert das Medienzentrum sein Angebot im Bildungsbereich, um die Auseinandersetzung mit Film, gerade in einer Zeit, in der die Dominanz des bewegten Bildes – auch in den digitalen Medien - immer deutlicher wird, zu fördern. Mit einem Archiv von rund 16.000 Medien steht das Medienzentrum dabei den Frankfurter Schulen für Schulungen und Bildungsfragen zur Verfügung.

Das erste "Eastend Screening" fand im September 2012 mit der Grimme-Preis-nominierten Dokumentation „Kleine Wölfe“ statt, einem Beitrag des jungen Regisseurs Justin Peach, für den er Straßenkinder in Katmandu begleitet hat. Im März folgte die ebenfalls für den Grimme-Preis nominierte Dokumentation „Roots Germania“, in der sich die Regisseurin Mo Asumang mit der realen Bedrohung durch Neonazis und der dadurch ausgelösten Angst filmisch auseinandersetzt.

Im Juni 2013 wurde die Dokumentation „Die Frauen von Ravensbrück“ von Loretta Walz (Grimme-Preis 2006) gezeigt. Und Ende Oktober stellte die Regisseurin Hella Wenders ihren Film „Berg Fidel – eine Schule für alle“ (2012) vor, für den sie in einer Gemeinschaftsgrundschule in Münster gedreht und vier Kinder über Jahre begleitet hat. Für den 12. Dezember ist schließlich Valentin Thurns Dokumentarfilm „Taste the Waste“ angekündigt, über den die Süddeutsche Zeitung in Ihrer Kritik schrieb: „Thurns Film vermeidet den erhobenen Zeigefinger und schildert mit großer Ruhe die verstörende Verschwendung von Lebensmitteln in der westlichen Welt. Geschickt montiert aus vielen kleinen Interview-Episoden und Momentaufnahmen, gelingt Thurn eine vielschichtige Dokumentation.“

Die Sitzplätze am Veranstaltungsort in der Ostbahnhofstraße 15 waren immer bis auf den letzten Platz gefüllt. Was aber ist nun das Besondere an dieser Veranstaltung aus Sicht der Filmemacher und des Publikums?

Die Regisseurin Loretta Walz hob nach dem Screening hervor, daß ihr besonders gut gefallen habe, dass nicht nur über den Inhalt des Films diskutiert worden sei, sondern auch viele Fragen zum filmischen Handwerk, zur Montage, zur Musik, zu den Bildern und den Produktionsbedingungen gekommen seien. "Das ist natürlich für mich als Filmemacherin besonders spannend.“ Und eine Lehrerin schrieb nach der Veranstaltung, sie habe sehr viele Anregungen für den Einsatz des Films im Unterricht bekommen.

Somit erfüllt die Filmreihe die in sie gesetzten Erwartungen: ein Fortbildungsangebot, das durch die Anwesenheit des Regisseurs einen exklusiven Einblick in das Filmschaffen und neue Aspekte der rezeptiven Auseinandersetzung in der Film- und Medienbildung ermöglicht.

* Alia Pagin ist Projektleiterin der „Eastend Screenings“ des Medienzentrums Frankfurt e.V.

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