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Mehr Planungssicherheit für Hessens Filmstudenten Die neue Hochschulförderung in Hessen Von Mirjam Schwenn
Letztes Jahr war es endlich soweit. Der erste separate Topf für Hochschulförderung wurde 2005 von der Hessischen Filmförderung eingerichtet. Somit stehen nun 100.000 Euro jährlich den hessischen Filmstudenten für ihre Abschlussfilme zur Verfügung. Aufgeteilt wird das Fördergeld zu gleichen Teilen unter den vier Hochschulen an denen Film studiert werden kann. (Darmstadt, Kassel, Offenbach und Wiesbaden)
Natürlich wurden Hochschulfilme auch in der Vergangenheit gefördert, doch eine Planungssicherheit gab es nicht. Während zum Beispiel der eine Abschlussfilm mit 15.000 Euro ein gutes Budget vorweisen konnte, fielen andere Anträge bei der Jury der Hessischen Filmförderung durch und die Filme mussten aus eigener Tasche finanziert werden. Nunmehr obliegt die Genehmigung der Fördergelder den Hochschulen selbst. Die jeweiligen Professoren überprüfen und bewerten die Anträge ihrer Studenten und entscheiden über die Vergabe. Der Antrag entspricht zwar in Form und Inhalt einem üblichen Förderantrag, muss nun aber nicht mehr die Jury passieren. Über die Menge der Anträge und die jeweiligen Zuschüsse entscheidet die Hochschule abhängig von der Anzahl der Studenten, die Diplom machen wollen. Abschließend gibt es von Seiten der Förderung nur noch eine Nachprüfung der Anträge.
„Das Verfahren ist auf diese Weise viel gerechter“, erklärt Rotraut Pape, Professorin an der HFG Offenbach. So kann jeder Filmstudent für seinen Abschlussfilm zumindest mit einem Minimalbudget rechnen. In Zeiten geplanter Studiengebühren ein kleiner Lichtblick am dunklen Finanzhorizont. Professor Rolf Schubert von der FH in Wiesbaden spricht von der grundsätzlichen Geldnot der Filmstudiengänge in Hessen.
Wie die Hochschulfilmförderung im gesamten Etat der Hessischen Filmförderung eingeplant ist, wird von allen Seiten lobend hervorgehoben. Immerhin zweiundzwanzig Prozent des Etats für Produktionsförderung fließen an die Filmstudenten. Das sind über fünf Prozent des Gesamtetats. Auch die Kompetenzverlagerung zugunsten der Hochschule wird besonders positiv bewertet. Die Vertrauensprofessoren kennen ihre Studenten gut. Anders als eine externe Jury können sie die Qualität der Projekte besser beurteilen. Bevor ein Antrag abgelehnt wird, kann er noch verbessert, neukalkuliert oder dramaturgisch bearbeitet werden.
Überhaupt ist „Kommunikation“ das Stichwort, wenn es darum geht, die Vorteile der neuen Hochschulförderung zu beschreiben. Jedes Jahr gibt es ein Treffen der zuständigen Hochschullehrer, des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und der Hessischen Filmförderung. In diesem Jahr wird über die Erfahrung des ersten Jahres gesprochen werden.
Doch auch unabhängig von diesem Abgleichungstermin sind die Erfahrungen gut. Professor Burnhauser von der FH Darmstadt betont das Engagement von Seiten der Filmförderung: „Es läuft prima. Maria Wismeth, die Geschäftsführerin der Filmförderung, ist immer ansprechbar.“ Maria Wismeth urteilt ähnlich. Die bessere Kommunikation zwischen Hochschulen und Förderung und die Planungssicherheit für die Studierenden sieht sie als Errungenschaft dieses Modells.
Lediglich David Safarian, Professor für Film an der Kunsthochschule in Kassel und Mitinitiator dieses Modells, hat Grund zu klagen. „Das Projekt ist wunderbar, aber an unserem Haus gibt es Kompetenzstreitigkeiten, die dazu führen, dass es für die Filmstudenten schlechter aussieht als vorher. Aber das sind interne Probleme,“ fügt er hinzu.
Ob am Programm selbst noch nachgebessert werden muss und wie erfolgreich diese neue Form der Förderung angelaufen ist, wird sich erst zeigen. Professor Burnhauser ist zumindest von den Rohschnitten seiner Studenten sehr angetan. |
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