|
|
 |
 |
| Hessische Rundfunk Filmförderung (HFF-hr) |
 |
 |
Liste der geförderten Projekte aus der Jury-Entscheidung März 2007 Jury: Herbert Gehr, Berlin; Dr. Georg-Michael Hafner, Frankfurt; Anna Seifert, Berlin
Drehbuch/Spielfilm
Der Traum vom besseren Leben Antragsteller/in: Wüste Filmproduktion, Wiesbaden Fördersumme: 7.000,00 Euro Orientiert an der parallelen Erzählstruktur von Filmen wie "Traffic" oder "21 Gramm" will der Wiesbadener Autor Ron Kellermann die Geschichte von drei Ehepaaren erzählen, deren Leben sich vor dem Hintergrund illegaler Einwanderung schicksalhaft kreuzen. Kinderhandel, Kinderlosigkeit und der Verlust eines Kindes sind seine Themen: Ein illegal in Deutschland lebendes Paar kann seinen "Traum vom besseren Leben" nur realisieren, wenn es durch den Verkauf seines Kindes den Traum eines wohlhabenden, aber kinderlosen Paares erfüllt. Ein Polizist, dessen Lebenstraum durch die Perspektivlosigkeit seiner krebskranken Tochter und der deswegen scheiternden Ehe zerplatzt, kommt dem Geschäft auf die Spur und verhindert die Übergabe.
Produktionsvorbereitung/Dokumentarfilm
Das Eismärchen HDV, Farbe, 45 Min. Antragsteller/in: süsssauer Filmproduktion, Kassel Fördersumme: 500 Euro Regie: Nico Sommer Nico Sommer, Student der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel, plant einen 45minütigen Dokumentarfilm über die Eishockeymannschaft der Kassel Huskies. Dokumentiert werden sollen die guten wie die weniger guten Spiele der Mannschaft, zu Wort kommen sollen Trainer, Spieler, Kinder, Fans, Putzfrauen, Sponsoren, Gegner und Kartenabreißer. "Die Huskies waren 1997 deutscher Vizemeister, waren in den Jahren 1999 bis 2002 jedes Mal in den Playoffs der DEL. Jetzt sind sie in der 2. Liga, auf dem 1. Platz. Warum sollen die Kasseler Huskies nicht noch mal Vizemeister werden, im Jahr der Documenta 12, dem Kassel-Heimspiel für Deutschland und den Rest der Welt?" (Nico Sommer)
Endstation der Sehnsüchte HDV, Farbe, 80 Min. Antragsteller/in: Cho Film, Usingen Fördersumme: 4.700 Euro Regie: Sung-Hyung Cho Was sind Heimatgefühle und Heimweh? Nur Projektionen gegenwärtiger Unzufriedenheit? Wo und wann fühlt man sich heimisch in einer globalisierten, durchkapitalisierten Welt? Sung-Hyung Cho recherchiert nach dem Erfolg von "Full Metal Village" erneut für einen "Heimatfilm" der etwas anderen Art: Im Jahr 2003 entstand auf der koreanischen Insel Namhae ein "deutsches" Dorf – eine Siedlung für jene Koreaner, die in den 60er und 70er Jahren als Krankenschwestern oder Bergarbeiter nach Deutschland kamen und nun in ihre alte Heimat zurückgekehrt sind. Die Heimkehrer fühlen sich in der Hochleistungsgesellschaft des neuen, extrem dynamischen Korea fremder als in Deutschland und bauten eine abgeschottete Siedlung nach deutschem Vorbild.
Produktion/Dokumentarfilm
Do you wanna bump? Auf der Suche nach den Goldenen Schallplatten von Boney M. DV, Farbe, 90 Min. Antragsteller/in: Nestfilm, Heusenstamm Fördersumme: 50.000 Euro Regie: Christian Lang, Edward Jacobs, Patrick Steinweden Die Popgruppe Boney M. schrieb in den 70er Jahren Musikgeschichte. Mit einprägsamen Hits wie "Daddy Cool" und "Rivers of Babylon" schafften sie es weltweit an die Spitze der Charts. Die "exotischen" Musiker karibischer Abstammung starteten ihre Karriere allerdings nicht etwa auf Jamaika, sondern aus der hessischen Provinz. Die Filmemacher folgen den Spuren der Band, decken die Mythen um die erste Casting-Band Deutschlands auf und zeigen, wie Frank Farian, geschäftstüchtiger Vater des Erfolgs, sein musikalisches Lebenswerk mit dem Musical "Daddy Cool" zu vollenden versucht.
Das Erbe der Napola DigiBeta/35mm, Farbe, 90 Min. Antragsteller/in: Neue Pegasos Trifonova, Frankfurt am Main Fördersumme: 75.000 Euro Regie: Eduard Erne Ziel der "Napola" (der "Nationalpolitischen Erziehungsanstalt") war es, die künftige Elite des NS-Staates, eine kompromisslos im Sinne der NS-Ideologie handelnde Führungsspitze zu formen. Praktisch bedeutete das für die Zöglinge, im Internatsalltag Opfer einer gnadenlosen Zurichtung zu werden. Gleichzeitig wurde ihnen die glanzvolle Zukunft eines Lebens als "Herrenmenschen" in Aussicht gestellt. Bemerkenswerterweise haben viele von ihnen nach dem Krieg tatsächlich Elitepositionen in Wirtschaft und Gesellschaft erreicht. Eduard Ernes Dokumentarfilmprojekt, produziert von Neue Pegasos Trifonova, lenkt seinen Blick vor allem auf die Auseinandersetzung zwischen den Generationen, auf die Kinder und Kindeskinder der Napola-Schüler.
Forget Where You Are mini DV/BetaSP, Farbe, ca. 45 Min. Antragsteller/in: Stoked Film, Frankfurt a.M. Fördersumme: 10.000 Euro Regie: Alexander C. Stenzel Für einen TV-Beitrag porträtierte der Autor und Regisseur Alexander C. Stenzel junge Strafgefangene der JVA Wiesbaden, die zusammen mit dem berühmten Frankfurter Ensemble Modern musizieren. Keines der zahlreichen Resozialisierungsprojekte – Musikgruppen in Gefängnissen gibt es viele - , sondern ein kulturelles Experiment, bei dem Profis auf Weltniveau zusammen mit absoluten Amateuren ihre Kreativität entwickeln. Stenzel besucht seitdem die Protagonisten regelmäßig. Ohne Team und nur mit seiner DV-Kamera entstehen so Interviews, die unter herkömmlichen Produktionsbedingungen – mit Kamerateam, Einleuchten des Motivs usw. – nie zustande kommen würden, sie sind geprägt von der Akzeptanz des Regisseurs durch die jungen Strafgefangenen.
Frühling in Russland DigiBeta, Farbe, 90 Min. Antragsteller/in: Pilotfilm, Frankfurt a.M. Fördersumme: 50.000 Euro Regie: Mischka Popp, Thomas Bergmann In Offenbach steht ein großes, düsteres Haus mit Hunderten von Zimmern, an jeder Tür ein russischer Name. Das Haus ist ein Ort des Übergangs. Seine Bewohner sind Ausgelagerte, Zugewanderte, Menschen im Zustand der Passage. Juden aus Russland und den Nachfolgestaaten der UdSSR. Viele der Alten haben in der Roten Armee gegen Nazi-Deutschland gekämpft. Sie feiern, hochdekoriert, den 9. Mai, den Tag der Befreiung. Und bringen - nicht nur damit - die Erinnerungskultur der jüdischen Gemeinden in Deutschland durcheinander. Die Russen kommen: seit 1991 über 200.000. Ins Land der Täter. Das neue Dokumentarfilmprojekt von Thomas Bergmann und Mischka Popp ("Augenlied", "Kopfleuchten").
Long Live the People of the Revolution DV/DigiBeta, Farbe, 76 Min. Antragsteller/in: Heiter Filmproduktion, Köln Fördersumme: 15.000 Euro Regie: Jürgen Heiter "Long Live the People of the Revolution" heißt ein fünfminütiger Song, der im Kontext einer größeren Hörarbeit 2004 für den Hessischen Rundfunk aufgenommen wurde. Der Text basiert auf einem Fragment, das Ernst Tollers "Chorwerk zum Andenken Karl Liebknechts 1920" entlehnt ist. Der Punk-Künstler Raymond Pettibon und der Frankfurter Akkordeonist Rüdiger Carl versuchen, zusammen mit Marianne Rosenberg, Diedrich Diederichsen und Benjamin Katz, eine Archäologie ihres Songs. Jürgen Heiter ("Der Photograph") macht daraus einen essayistischen Film in drei Teilen, geht der Motivik des Liedes nach und dokumentiert am Ende eine Neuaufnahme mit den gleichen Interpreten: eine Studie über das Erfinden und Neu-Erfinden.
Mit harten Bandagen - Regina Halmichs letzter Kampf HDV, Farbe, 90 Min. Antragsteller/in: jungwiehagen Film, Frankfurt a.M. Fördersumme: 50.000 Euro Regie: Simone Jung Als junges Mädchen entdeckte sie – aus behüteten, bürgerlichen Verhältnissen stammend – ihre Leidenschaft für den Boxsport. Heute ist Regina Halmich die weltbeste Boxerin ihrer Gewichtsklasse. Unter großen Anfeindungen hat es die dreifache Weltmeisterin geschafft, dem Profi-Frauenboxen in Deutschland den Weg zu ebnen. Jetzt verkündete die gerade 30Jährige das Ende ihrer Karriere. Zwei Kämpfe stehen ihr noch bevor. Zwei Kämpfe, die darüber entscheiden, wie die Öffentlichkeit Regina Halmich in Erinnerung behalten wird. Die Dokumentarfilmerin Simone Jung wird Regina Halmich bis zu ihrem letzten Kampf begleiten.
Produktion/Animationsfilm
Das letzte Abendmahl 35mm, Farbe, 5 Min. Antragsteller/in: Martin Schmidt, Kassel Fördersumme: 15.000 Euro Regie: Martin Schmidt Ein lauer Sommerabend. Schrebergarten, Kohlegrill, Marschmusik. Der Vater, mit Bierbauch, Badehose und Schlappen, wacht über die Einhaltung der Etikette. Tischmanieren sind zu befolgen, Autoritätspersonen ist zu danken, Fingernägel sind sauber zu halten. Wäre da nicht der zweijährige Sohn, der beim Grillen ein bisschen zuviel Freude an den Tag legt… Martin Schmidt, Student der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel, dreht einen satirischen Animationsfilm mit klarer Botschaft: "Penible Regelungswut mag durchaus zu einer guten Reputation beitragen, richtet allerdings zwischenmenschliche Beziehungen privater Natur zugrunde."
Mein alter verstaubter Kopf 35mm, Farbe, 5 Min. Antragsteller/in: Moonjoo Lee, Kassel Fördersumme: 8.000,00 Euro Regie: Moonjoo Lee Was passiert, wenn ein Mann lebenslang all seine Gedanken in seinem Kopf aufbewahrt? All die von Geburt an gesammelten Gedanken machen den Kopf ungewöhnlich groß und behindern das Zusammenleben mit anderen Menschen ungemein. Nur seine Katze weiß den großen Kopf zu schätzen und spielt gern mit ihm... Moonjoo Lees Animationsfilm im 35mm-Format entsteht als Abschlussarbeit an der Kunsthochschule Kassel.
You are my hero 35mm, Farbe, 7 Min. Antragsteller/in: Tobias Bilgeri, Kassel Fördersumme: 2.000 Euro Regie: Tobias Bilgeri Immer wieder zieht es den ach so tapferen Ritter in die Schlacht. Auch wenn sein blutiges Schwert nach triumphaler Rückkehr verdächtig nach Tomatensaft riecht, hält die Gemahlin doch treu zu ihrem Helden. Erst als er eines Tages komplett ohne Schwert in den Krieg zieht, beschließt die Rittersfrau, der Sache auf den Grund zu gehen… Tobias Bilgeris Animationsfilm entsteht an der Kunsthochschule Kassel, wird vollständig digital produziert und orientiert sich ästhetisch an der Ikonenmalerei des 14. Jahrhunderts – goldene Hintergründe, flächige Gewänder und falsche Zentralperspektive inklusive.
Verleih/Vertrieb/Dokumentarfilm
Full Metal Village 35mm, Farbe, 94 Min. Antragsteller/in: Flying Moon Filmproduktion, Potsdam Fördersumme: 3.000 Euro Regie: Sung-Hyung Cho Sung-Hyung Cho porträtiert auf hintergründig-humorvolle Weise die verschlafene norddeutsche Gemeinde Wacken, die alljährlich zum Wallfahrtsort der internationalen Heavy-Metal-Szene wird. Entstanden ist so nicht nur ein sehr unterhaltsamer Dokumentarfilm, sondern ein faszinierendes Panorama deutscher Befindlichkeiten. Sung-Hyung Cho, 1966 in Südkorea geboren und seit 1990 in Hessen lebend, wurde für ihren ersten Langfilm – entstanden mit Unterstützung der HFF – bereits mit dem Hessischen Filmpreis 2006 und dem Max-Ophüls-Preis 2007 ausgezeichnet. "Full Metal Village" soll mit 10 Kopien in den deutschen Kinos starten.
Monks – The Transatlantic Feedback Digibeta, Farbe, 100 Min. Antragsteller/in: play loud productions, Berlin Fördersumme: 10.000 Euro Regie: Dietmar Post, Lucia Palacios Die Monks, das waren fünf in Deutschland stationierte amerikanische GIs, die in ihrer Freizeit eine Avantgarde-Band gründeten. Als erste Anti-Band der Popgeschichte bekämpften die Monks romantische Rockmusik auf musikalische und ästhetische Weise. Mit schwarzen Anzügen und Mönchstonsuren enterten sie die Bühne und nahmen dabei musikalisch Industrial, Punk und Techno vorweg. Der genreübergreifende, auf zahlreichen Festivals erfolgreich aufgeführte Dokumentarfilm zeigt das Phänomen nicht nur in seinen politischen, sozialen und kulturhistorischen Zusammenhängen, sondern beschreibt die Anti-Beatles als erste geglückte Liaison zwischen Kunst, Pop und Krawall, Monate bevor Andy Warhol mit The Velvet Underground die Bühne betrat. Filminfos: www.playloud.org, Bandinfos: www.the-monks.com
Wir sehen voneinander 35mm, Farbe, 91 Min. Antragsteller/in: Cinetix Medien und Interface, Frankfurt a.M. Fördersumme: 5.000 Euro Regie: Lilo Mangelsdorff Selina lernt sprechen. Die Gebärdensprache wird ihre Muttersprache sein. Später wird sie als Zweitsprache die Schrift- und Lautsprache lernen. Auch Selinas Eltern und Großeltern müssen neu sprechen lernen – sie lernen jetzt die Gebärdensprache, mit der ihre Tochter aufwächst. Lilo Mangelsdorff ("Damen und Herren ab 65") begleitete ein Jahr lang die Sprachentwicklung des tauben Kindes. Ihr Film versucht, eine vorwiegend visuelle Kommunikation und Sprache filmisch zu erfahren. |
 |
|
 |
 |
Filmhaus Frankfurt e.V.
Ostbahnhofstr. 15
60314 Frankfurt
Tel.: 069 / 13 37 99 94
Fax: 069 / 13 37 99 96
info@filmhaus-frankfurt.de
|
 |
|