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Ein Medienhaus für Wiesbaden
Namhafte Filminstitutionen in Zukunft unter einem Dach
Von Dieter Brockmeyer

Jetzt ist es amtlich: Das Land Hessen wird sich mit 1,7 Millionen Euro an den Baukosten für die Errichtung eines nationalen Filmzentrums in Wiesbaden beteiligen, wie Kulturminister Udo Corts auf dem hessischen Berlinaleempfang 2007 verkündete. In der hessischen Landeshauptstadt soll das „Filmhaus Wiesbaden“ entstehen. Damit sollen verschiedene namhafte Einrichtungen des Films, die in Wiesbaden angesiedelt sind, eine gemeinschaftliche Adresse bekommen. Unter einem Dach sollen künftig u.a. die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO), die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) und die Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) und das Deutsche Filminstitut (DIF) residieren.

Für dieses Projekt hatte die Stadt Wiesbaden bereits 2006 ein attraktives Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof in Aussicht gestellt, ein Areal von rund 4.400 Quadratmeter. Als Baubeginn des mit 6,7 Millione Euro bezifferten Projektes ist jetzt der Sommer 2007 geplant. Mit dem „Filmhaus Wiesbaden“ wolle man sicherstellen, so die Stellungnahme des Kulturministeriums, daß wichtige Filminstitutionen vor Ort gehalten werden und nicht eines Tages in die Hauptstadt Berlin abwandern. Gerade bei der bislang nur beengt zur Miete untergebrachten Friedrich-Wilhelm-Murnau Stiftung, aber auch bei der SPIO war diese Überlegung wiederholt aufgekommen. Durch das in Erbpacht überlassene neue Domizil dürfte diese Gefahr nun gebannt sein. Erwerben hat die SPIO das Grundstück, wodurch die Bedeutung des Projektes, SPIO-Geschäftsführer Helmut Poßmann im Interview betonte, auch aus Sicht der Filmwirtschaft unterstrichen wird.

Über den reinen Aspekt der Standortförderung hinaus besteht die Erwartung, mehr noch eine Art Medienzentrum zu etablieren. Geplant sind neben den Büros zusätzliche Veranstaltungsräume und ein kleines Programmkino, um der Filmkunst eine weitere Abspielstätte zu eröffnen. In Verbindung mit der FSK und der FBW ergäbe sich für das Kino damit eine sinnvolle Doppelnutzung: tagsüber Sichtungen der FSK und Bewertungen der FBW, abends und am Wochenende Anlaufstelle für Cineasten. Gerade die Murnau-Stiftung verweist dabei mit Stolz auf den historischen Bestand, den sie selbst in ein solches Programm einbringen könnte, allen voran deutsche Stummfilmklassiker wie beispielsweise die beiden großen Meisterwerke Fritz Langs, „Die Nibelungen“ und „Metropolis“. Nicht ausgeschlossen, dass das Kino schließlich auch durch andere Institutionen wie das Deutsche Filminstitut (DIF) und das Deutsche Filmmuseum (DFM) genutzt werden wird oder durch Festivals, die in Wiesbaden stattfinden.
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