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Damit aus Mehr auch Mehr wird.
Gedanken und Einsichten zum Stand der kulturellen Filmförderung in Hessen Von Hannes Karnick*
Fast kann man sagen: Alle Jahre wieder. Wie schon mehrfach in der Vergangenheit ist nun auch für 2006 der zweite Fördertermin der kulturellen Filmförderung kurzfristig gestrichen worden. Und befürchten muß man, daß sich 2007 diese Praxis fortsetzen könnte. Aber mit gesundem Menschenverstand ist das schwer zu verstehen: 350.000 stehen aktuell für die kulturelle Produktionsförderung zur Verfügung, eingerechnet der diesjährigen Erhöhungen. Dennoch hat die Jury nur 200.000 Euro an Beihilfen bewilligt mit dem Verweis auf die Besonderheiten des Haushaltsrechts. Offensichtlich bestehen noch Auszahlungsverpflichtungen aus früheren Bewilligungen in Höhe von und 150.000 Euro, die aus dem Bewilligungsetat 2006 zu decken sind. Insgesamt gibt es einen im Landeshaushalt nicht abgesicherten Zusagenberg in iner Größenordnung von annähernd 300.000 Euro, der erst noch abgetragen werden muss. Ein großer Teil der Mittel von 2006 und die folgenden Jahre ist offenkundig für solche „Altlasten“ eingeplant.
Dabei hatte der Minister noch vor Jahresfrist zugesichert, daß es mehr geben wird an Fördermitteln. Was im Grundsatz auch erfolgt ist. Der Förderetat 2006 ist um 260.500 Euro angewachsen. Davon sind 100.000 Euro direkt an das GO EAST Festival weitergereicht worden. Doch diese 100.000 EURO sind keine wirkliche Erhöhung, da dieses Geld ledigich umgeschichtet ist aus einem anderen Hessen-Topf.
Also bleiben an realer Mittelaufstockung 160.000 Euro. Davon fließen 80.000 EURO in die Produktionsförderung und weitere 10.000 Euro gibt es zusätzlich für Hochschulabschlußfilme. Mit den restlichen 70.000 EURO werden verschiedene Maßnahmen und Events finanziert wie beispielsweise beim Filmbüro, für Zusatzkosten des Hessischen Filmpreis und vieles mehr. Auch das Internetportal „Filmland Hessen“ (+14.000 EURO) und Schulfilmwochen (+28.500 EURO) profitieren von der Aufstockung der kulturellen Fördermittel.
Nur 80.000 Euro von den angekündigten 260.000 Euro kommen demnach also der Produktionsförderung zugute. Aber immerhin. Es gibt eine Erhöhung. Wobei noch zu prüfen wäre, wieviel in den letzten Jahren durch Haushaltskürzungen verloren gegangen ist. In jedem Fall aber ist der zweite Fördertermin im August 2006 trotz allem abgesagt wrden. In einem Schreiben an die AG DOK teilt das Ministerium mit, daß möglichweise auch in den folgenden zwei Jahren der zweite Termin ausfallen könnte. Nur „interne Umschichtungen“ könnten das verhindern.
Damit aber aus "mehr" auch "mehr" wird, haben wir seitens der AG DOK wiederholt gefordert, daß wenigstens zwei Termine im Jahr erhalten bleiben müsen und auch 2007 kein Termin ausfallen darf. Die Haushalts-Altlasten sollten entweder über längere Jahre abtragen werden oder - noch besser - es sollten Sondermittel zu Verfügung gestellt werden, damit dieser Rückstand ausgeglichen werden.
Auch die versprochene Umstellung auf ein festes Jahresförderbudget ist trotz politischer Willenserklärung noch nicht in trockenen Tüchern. Unterschwellig wurde bei einem der Arbeitsgespräche mit dem Minister auch ein bißchen die Konkurrenz geschürt. Nach der Devise: Kann nicht diese oder jene Veranstaltung mit etwas Weniger auskommen?
Wie das andererseits mit der Entscheidung zusammenpaßt, die Kinobranche aus der Verleihung des Hessischen Filmpreises auszugliedern und mit einer eigen Veranstaltung zu beehren, soll verstehen, wer will. Die politische Erfahrung freilich zeigt, daß das bestimmt nicht dazu führt, dass ewas, was uns am Herzen liegt, mehr bekommt. Damit aber aus "mehr" auch "mehr" wird, müssen wir uns um so mehr zu Wort melden. |
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