Bestandsaufnahme einer Fusion Deutsches Filminstitut und Deutsches Filmmuseum haben sich zusammengeschlossen Von Dieter Brockmeyer „Das Zusammenwachsen unserer beiden Häuser ist auf sehr gutem Weg“, sagt die DIF Direktorin Claudia Dillmann. Die formalrechtliche Fusion von Deutschem Filminstitut, ehemals Deutsches Institut für Filmkunst (DIF), und Deutschem Filmmuseum fand Anfang des Jahres statt. Damit können nun endlich die Sammlungen der beiden renommierten Einrichtungen vereinigt werden. Das DIF gibt es bereits seit 50 Jahren und dementsprechend groß ist das Archiv, das Wissenschaftlern und Journalisten für ihre Arbeit offen steht und das als eines der größten Sammlungen zum Thema Film in Deutschland gilt. Das Deutsche Filmmuseum war bei seiner Gründung 1984 ein Pionier die Filmgeschichte einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen. Für das Museum soll die Fusion einen Modernisierungsschub bringen. Ein neuer Schwerpunkt soll in der Kinder- und Jugendarbeit liegen. Das Konzept für die neue Dauerausstellung, die im Frühjahr 2008 ihre Tore öffnen soll, und den Kinobetrieb ist in Arbeit. Schon in diesem Herbst soll eine neue Broschüre die neue Kernzielgruppe anvisieren. „Insgesamt wird dieser Umbau einen Zeitraum von fünf Jahren brauchen“, erklärt Dillmann. Und Sponsoren, möchte man hinzufügen, denn die Gesamtkosten für das Projekt werden mit rund 1,3 Millionen Euro beziffert. „Die Neuausrichtung bedeutet aber nicht, dass wir die Erwachsenen aus den Augen verlieren“, betont die Direktorin. „Auch hier planen wir interessante Ausstellungen.“ Der Zusammenschluss bietet natürlich auch die Möglichkeit, die Schätze aus den Archiven des DIF einer breiteren Öffentlichkeit durch Ausstellungen oder andere Veranstaltungsreihen zugänglich zu machen. Ein Schwerpunkt wird hier der deutsche Film sein, und was sich dort tut. Für das Thema konnten bereits Regisseure wie Wim Wenders und Tom Tykwer gewonnen werden. Darüber hinaus will das DIF auch in Frankfurt ein breites Filmforum anbieten. „Wir sind gerade dabei, bei uns am Schaumannkai weiter Veranstaltungsräume zu schaffen“, erzählt Dillmann. Das sei gar nicht so leicht, bei den Mengen an Archivmaterial. Deshalb wurde jetzt ein externes Lager angemietet, in dem aber auch einige Arbeitsplätze für Wissenschaftler und Journalisten eingerichtet werden sollen. Häufig werden solche Fusionen wie von DIF und Filmmuseum vor allem unter dem Aspekt der finanziellen Einsparungen vorgenommen. Das sei in diesem Fall aber überhaupt kein Argument gewesen. „Wir haben der Stadt von Anfang an deutlich gemacht, dass eine Fusion nur Sinn macht, wenn die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt wird“, betont die Institutsleiterin. Es sei im übrigen auch von einem von der Stadt beauftragten Beratungsunternehmen bescheinigt worden, dass in beiden Institutionen kein einziger Euro Einsparungspotential mehr vorhanden sei. Nicht nur deshalb sucht Dillmann Sponsoren, die die aufwendigen Projekte unterstützen. „Wir haben aber auch einiges für sie zu bieten“, ist Dillmann siegesgewiss. Genauso hofft sie, dass auch die Forumfunktion ihrer Einrichtung von der Frankfurter Filmszene angenommen wird. |