| Beim ersten "Medienmittwoch" im neuen Jahr zeichnet Staatssekretär Hirschler ein freundliches Bild vom Medienstandort Hessen von Daniel Güthert Um den Medienstandort Hessen scheint es besser bestellt zu sein, als landläufig angenommen. Zumindest wenn man den Worten des inzwischen zurückgetretenen Staatssekretärs im Wirtschaftsministerium, Herbert Hirschler (FDP), Glauben schenken will: "Hessen ist ein erstklassiger Medien- und Filmstandort." Im Vergleich einzelner Flächenländer liege Hessen sogar an der Spitze –noch vor Bayern, Baden-Württemberg und NRW, wie der FDP-Politiker bei der diesjährigen Auftaktveranstaltung des "Medienmittwochs", zu Gast bei der IHK-Frankfurt, verkündete. Nach den Daten des Wirtschaftsministeriums sind etwa 80.000 Arbeitsplätze in der Medienbranche angesiedelt. In der Schwerpunktregion Rhein-Main zählen 6,7 Prozent aller Unternehmen zum Mediensektor – ein Anteil, der in Deutschland nur von München übertroffen werde. Viele traditionsreiche Häuser des Verlags- und Pressewesens, der Druckindustrie oder Werbewirtschaft sind in Frankfurt zu Haus. Daneben habe sich die Mainmetropole aber auch als Zentrum der IT-Branche gemausert. 85 Prozent der deutschen und 35 Prozent des europäischen Internetverkehrs gingen über den Frankfurter Datenknotenpunkt DECIX. In seiner Ansprache räumte Hirschler freilich auch ein, dass die Politik den Wirtschaftsfaktor Medien lange Zeit vernachlässigt habe. Beim Thema Film, Filmproduktion und Postproduktion sei man bemüht, Versäumnisse nachzuholen. Eine positive Bilanz zog Hirschler in dem Zusammenhang für das Programm Hessen-InvestFilm, mit dem erstmalig in Hessen die Herstellung kommerzieller Film- und Fernsehproduktionen gefördert wird. Seit zwei Jahren existiert der Fonds, aus dem bislang 21 Projekte mit Mittelzusagen in Höhe von 5,2 Millionen Euro bedacht worden sind. Durch diese Finanzierungsbeteiligung würden Produktionsvorhaben in einer Größenordnung von 67 Millionen Euro angeschoben. Daneben habe sich aber auch das Programm Hessen-media bewährt, aus dem beispielsweise die Postproduction-Messe eDIT/VES, das Location-Büro Hessen oder etwa das Filmfestival Go-East bezuschusst werden. Angesichts der angespannten Haushaltslage werde es aber zu absehbaren Kürzungen kommen. Gleichwohl versprach Hirschler den anwesenden Medienvertretern, dass die Landesregierung am "Engagement für den Film- und Medienstandort Hessen" festhält. "Wir möchten den Film- und Medienbereich deutlich weniger durch Kürzungen belasten." So bleibt tatsächlich das Programm Hessen-Invest – bestehend aus den Einzelfonds Hessen-Invest Film, Hessen-Invest Start, Hessen-Invest Nachfolge sowie Hessen-Invest International und ausgestattet mit einem Budget von 15,5 Millionen Euro - von etwaigen Einsparungen unberührt. Dagegen wird der Topf hessen-media Mittelstreichungen von rund 36 Prozent verkraften müssen: von 5,4 Millionen auf 3,5 Millionen Euro. Immerhin sollen aber, wo möglich, die Einsparungen durch Umschichtungen aufgefangen werden, was wohl nicht in allen Fällen gelingen wird. Um so bemerkenswerter hierbei das entschiedene Votum zugunsten der eDIT. Wie das Ministerium auf zusätzliche Anfrage bestätigte, kann die Postproduction-Messe weiter mit einem unveränderten Zuschuss von 700.000 Euro rechnen. Auch das Location-Büro Hessen wird von Kürzungen verschont bleiben (Etatansatz 25.000 Euro), vorbehaltlich allerdings der grundsätzlichen Haushaltsfreigabe durch das Finanzministerium. (Lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor.) Finanzielle Einschnitte sind dagegen beim eDWARD, dem Nachwuchspreis für digitale Filmspots, und beim Werbe-Oscar, dem VDW-Award, geplant. Und zurückgestellt ist vorerst auch das ambitionierte Vorhaben der Sommerakademie für die digitale Postproduction. So hat sich Staatssekretär Hirschler, der Anfang Februar aus seinem Amt ausgeschieden ist, mit einem deutlichen Signal zugunsten der Medienförderung im Land Hessen verabschiedet. Wäre aus Sicht der Medienbranche nur zu wünschen, dass diese Impulse auch unter dem neuen Amtsinhaber, Staatssekretär Bernd Abeln (CDU), anhalten. zurück zur Übersicht (dummy)
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