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Auf dem Weg zu einer "Wiesbadener Erklärung"

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst arbeitet im Dialog mit der Branche an einem Konzept zur Zukunft von Film und Medien in Hessen
Von Daniel Güthert
 
Die öffentliche Wahrnehmung, welche Bedeutung der Medien- und Filmindustrie in wirtschaftlicher Hinsicht zukommt, ist seitens der hessischen Politik lange Zeit fahrlässig ignoriert worden. Dagegen hat erst kürzlich eine Studie des Hessischen Wirtschaftsministeriums die ökonomische Bedeutung der Branche unterstrichen. Danach ist die hessische Film- und Medienwirtschaft, so der Kulturwirtschaftsbericht, mit ihren 2500 Unternehmen und 80.000 Beschäftigten eine Branche mit Zukunft, die heute schon in den Sektoren Film, TV und Video jährlich etwa 2,4 Milliarden Euro umsetzt.

Mit der Einführung des neuen Förderprogramms Hessen Invest Film wurde dieser Situation seitens des Wirtschaftsministeriums politisch erstmals gebührend Rechnung getragen – gefolgt von unmittelbar positiven Impulsen für die Branche. Diese Politik, so scheint es, ist die Landesregierung gewillt, auch künftig fortzusetzen.

So hat gerade der neue Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, seit Mitte 2003 im Amt, ein entsprechendes Engagement bekräftigt und im Laufe der vergangenen Monate Unternehmen, Institutionen, Filmemacherinnen und Filmemacher eingeladen, sich im Rahmen von gemeinsamen Workshops über Anliegen der Filmbranche und der Medienwirtschaft in Hessen zu verständigen, mit dem Ziel, daraus die politischen Leitlinien zur Zukunft der Branche zu entwickeln und festzuschreiben.

Über mehrere Monate hin wurden regelmäßige Sitzungen anberaumt, die dem Dialog zwischen Filmbranche, Politik und Verwaltung dienten. Angesprochen wurden aber nicht nur Produzenten, Künstler, Wissenschaftler aus Hessen. Fachkundige Ratgeber aus benachbarten Bundesländern, so u.a. von der Filmstiftung NRW, dem Film- und Fernsehfonds Bayern, trugen mit ihren Informationen zu einem komplexen Überblick über die nationale und internationale Förderlandschaft bei.  Derzeit wird noch an diesem gemeinsamen Papier gefeilt, das voraussichtlich erst Ende September verabschiedet sein wird. So werden vorerst verschiedene Entwürfe diskutiert, in denen freilich einige der Schwerpunkte künftiger Medienpolitik bereits skizziert sind.

So ist unter dem Stichwort „Bündelung der hessischen Filmförderung“ etwa beabsichtigt, die wirtschaftliche und kulturelle Filmförderung des Landes zukünftig im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zusammenzufassen, um damit eine einheitliche Strategie effizienter umsetzen zu können und auch eine verlässliche finanzielle Förderung und Planungssicherheit über einen Zeitraum von zehn Jahren zu ermöglichen.

Weiterhin ist die Rede davon, die hessischen Filmtheaterbetriebe und Filmfestivals durch zusätzliche Filmkunstpreise und gesicherte Finanzierungsmodelle zu stärken. Ausdrücklich soll hierbei die Arbeit des Film- und Kinobüros Hessen weiter gestützt werden.

Geplant ist darüber hinaus, die Aufwertung des Hessischen Filmpreises, der als Schaufenster des hessischen Filmschaffens und der Standortförderung verstanden wird, weiter zu betreiben und die Präsenz der Filmlandes Hessen bei nationalen und internationalen Festivals auszubauen.

Und nicht zuletzt soll auch der Bedarf zusätzlicher Mittel zur Film- und Medienförderung sichergestellt werden.

Welche Ergebnisse schließlich konkret herauskommen werden, muß die Zukunft weisen. Momentan jedenfalls wird der in Gang gebrachte Veränderungsprozeß mit Zuversicht verfolgt, wenngleich vereinzelt auch Skepsis anklingt – siehe Artikel „Hohe Erwartungshaltung“ -, inwieweit der eingeschlagene Kurs tatsächlich auch gehalten werden wird.

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