| Die Buchmesse entdeckt die Filmbranche: das neue Projekt "Forum Film und TV" - vorgestellt und diskutiert beim Jour Fixe im Filmhaus Frankfurt von Daniel Güthert Vorbei die Zeiten, als noch füglich galt: Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Längst hat sich heute die Literatur von ihrem angestammten Platz, zwischen zwei Buchdeckel gepresst, gelöst und hat statt dessen Einzug gehalten in alle möglichen audiovisuellen Medien. Nicht zuletzt nimmt gerade der Film regelmäßig Anleihen beim Buch auf. Und mitunter auch umgekehrt. Auf diese Wechselbeziehung zwischen Film und Literatur ist nun auch die Buchmesse Frankfurt aufmerksam geworden, und so hat sie 2003 erstmals das "Forum Film und TV" in die Buchmesse integriert. Ziel war es, wie Katharina Werdnik für den Veranstalter erläuterte, eine Plattform zu schaffen, um die unterschiedlichen Interessengruppen zusammenzuführen. Gerade kleinere Verlage, so ihr Eindruck, hätten wenig Erfahrung im Umgang mit Filmproduktionen und deren Besonderheiten. So gab es eine Vielzahl von Workshops und Gesprächsrunden, um das gegenseitige Verständnis zu vertiefen und Kontakte anzubahnen. Angenehm überrascht zeigte sich die Projektleiterin allerdings darüber, dass nicht nur das Kinoprogramm, das von der Frankfurter Twentieth Century Fox großzügig gesponsert wurde, bestens besucht war, sondern das ebenso die fachspezifischen Diskussionsforen sehr gut ankamen. Dabei kreisten die Themen des Programms, an deren Zusammenstellung unter anderem das Filmhaus Frankfurt mitgewirkte, im wesentlichen um Fragen des Drehbuchschreibens, der Vermarktung von Stoffen oder der Ansprache an Verlage und Literaturagenten. Daneben hat es die Messe aber auch nicht an knalligen Eventereignissen fehlen lassen - mit Stars und Sternchen, wie etwa Ex-Klimm-Bimm Busenwunder Ingrid Steeger oder die Tatort-Kommissare Dietz-Werner Steck und Andrea Sawatzki. Einen ganz besonderen Coup landeten die Veranstalter obendrein: sie lockten die Vergabe des Hessischen Film- und Kinopreises ins Messezentrum an den Main. Eine glamouröse Galaveranstaltung, die dem hessischen Kulturminister Udo Corts (CDU) in besonderer Weise am Herzen gelegen habe, wie Manuela Schiffner von der Wirtschaftsförderung Frankfurt berichtete, die als Partnerinstitution frühzeitig mit in das Projekt einbezogen war. Schließlich habe der ungeheure Erfolg dieses Abends entscheidend dazu beigetragen, die Neuauflage von Forum samt Preisverleihung für den Herbst 2004 erneut in diesem Rahmen zu sichern. Einhellig positiv fielen auch die Reaktionen aus dem Kreis der Jour-Fixe Teilnehmer aus, wie beispielsweise des Regisseurs und Autors Rolf Silber. Für ihn stecke in dieser Initiative eine verheißungsvolle Dynamik. "Hier hat Frankfurt einen ganz originären Ansatz geschaffen." Begeistert sprach vor allem Ulrike Hartmann (PR-Agentur Art-Contact) von der Atmosphäre des Forums, von der gelungenen Mischung aus Fachveranstaltung und Eventprogramm. Laut Manuela Schiffner sei das Konzept auch aus Sicht der hiesigen Medienunternehmen ein voller Erfolg gewesen, wodurch der Standort Frankfurt und Rhein-Main weiter gestärkt werde. Von daher begrüße die Wirtschaftsförderung, dass das Projekt auch 2004 fortgeführt werde. Auch wenn die Finanzierung solcher Maßnahmen künftig nicht unbedingt leichter falle. So auch die Einschätzung von Katharina Werdnik in diesem Punkt. Während die Ideen nur so sprudelten, mangele es tatsächlich am Geld hinten und vorne, um alle Träume und Wünsche verwirklichen zu können. Doch noch habe sie sich Träume bewahrt – wie etwa diesen: die festliche Gala-Premiere eines großen Literaturfilmes zur Buchmesse Frankfurt zu holen. Exklusiv, versteht sich. Und eine geeignete Produktion hat sie auch schon vor Augen: die Verfilmung von Patrick Süskinds "Parfum", unter der Regie von Tom Tykwer. Eine phantastische Vorstellung. Man sieht es ihr an. Aber eigentlich dürfe sie darüber gar nicht reden, wie sie rasch nachlegte. Nun, vielleicht hat sie recht: Träume sollte man nicht verraten. zurück zur Übersicht (dummy)
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