20 Jahre Hessische Filmförderung Kunstminister Corts spricht von Aufstockung in 2006 Von Daniel Güthert
Jubiläen soll man bekanntlich feiern wie sie fallen. Und so ließ es sich die Hessische Filmförderung nicht nehmen, ihr 20jähriges Bestehen mit einem großen Sommerfest zu begehen. Stilgerecht im malerischen Bertramshof auf dem Gelände des hr. Die Wetterprognose für den Festabend war beruhigend. Und dennoch drohten dunkle Gewitterwolken die Gala zu überschatten. Nur wenige Tage zuvor war publik geworden, daß - gegenüber der Fortführung der kulturellen Förderung des hr - der Einreichtermn f¨r die kulturell Landesförderung im Herbst komplett gestrichen sei. As haushaltstechnischen Gründe, wie es kryptisch umschrieben hieß. Im Raume stand, daß sich der geballte Unmut der Filmemacher an dem Abend Luft machen würde. Doch beließ es Thomas Frickel, Vorstand der AG-Dok, bei einem kurzen, diplomatisch gestimmten Statement. Man wolle die Politik durchaus in die Pflicht nehmen, er habe aber den Eindruck, daß "man uns verstanden hat". Ein Rückzug in geordneten Bahnen, wie ein Filmemacher süffisant am Rande kommentierte. So stand das ungetrübte Feiern im Vordergrund der Veranstaltung Über 500 Gäste konnte HFF-Geschäftsführerin Verena Metze-Mangold im Bertramshof, dem herrlichen Ensemble des früheren Rothschldschen Landguts, beg¨ßen. Unter ihnen auch Kunstminister Udo Corts (CDU), der seine Graulation mit der Zusicherung verband, den Filmstandort Hessen weiter ausbauen und profilieren zu wollen, wenngleich, wie er betonte, die wirtschaftlichen Spielräume hierfür heute spürbar enger geworden seien. Immerhin hatte Corts aber schließlich noch ein gelungenes Geburtstagspräsent parat: die kulturelle Filmförderung soll 2006 wieder etwas aufgestockt werden - um 250.000 Euro. Unausgesprochen blieb, dass dies in etwa einer Rücknahme der Ende 2003 erfolgten Kürzungen entspräche. Was die Fortsetzung des Filmfonds Hessen Invest Film anbelangt, konnte der Minister allerdings keine verbindlichen Zusagen geben. Auf direkte Anfrag von Filmemachern stllte sie im Übrigen kla, dass der Ausfall des Herbst-Fördertermines sich dem Spezifikum verdankt, ass einerseits Mittelabrufungen aus vergangenen Haushaltsjahren für bereits bewilligte Projekte erfolgen müssten, deren Umfang eben nicht völlig vorhersehbar sind und zu finanziellen Engpässen führen können. Außerdem sei nach wie vor die Schwierigkeit unbewältigt, das Haushaltsmittel, die am Jahresende nicht ausgegeben seien, nicht übertragen werden könnten – was nach wie vor einer politischen Lösung bedürfe. Im Anschluß bot sich ei milden Sommertemeraturen, Swing und vorzüglichem Catering dn zahlreichen Gästen aus Politik, Film und Fernsehen die Gelegenheit zum ungzwungen Gedankenaustausch. Auch wenn bedeutende Leinwandgrößen fehlten, so war die Medienbranche doch namhaft vertreten, wie etwa durch Karl Baumgartner (Pandora), Karl-Eberhard Schäfer und Norbert Walter (U5 Filmproduktion), Daniel Zuta (Zuta-Film), Ernst Szebedits (Pegasos), Reinhard Besser (Studio Herold&Besser) oder die Filmemacher Thomas Frickel, Andrzej Klamt, Birgit Lehmann, Annette Ernst oder David Ungureit, um nur einige zu nennen. Und als Höhepunkt sorgte schließlich das Kurzfilmprogramm "Best of 20 Years HFF" für einen unterhaltsamen Streifzug durch 20 Jahre Hessische Filmförderung, unter anderem mit dem brillanten oscarprämierten Animationsfilm "Quest" (1996) von Thomas Stellmach und Tyson Montgomery.
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