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„Soko Rhein-Main“ pausiert
Stillstand bei neuester Frankfurter Serie
Von Dieter Brockmeyer

Den Begriff „Schläfer“ kennt der Filmliebhaber aus Spionagefilmen. Es handelt sich dabei um Agenten, die im Feindesland zum Teil jahrelang einem unauffälligen Leben nachgehen und auf ihren Einsatzbefehl warten. Wer in diesen Tagen die Frankfurter Produktionsbüros der UFA Film- & Medienproduktion GmbH aufsucht, wird mit „Schläfern“ ganz anderer Art konfrontiert. Da wo eigentlich die nächste Staffel der ZDF Krimiserie „Die Spezialisten: Soko Rhein Main“ koordiniert und vorbereitet werden sollte, herrscht seit Ende Januar Stillstand. Der Grund: Die Büros stehen leer, weil das ZDF die Produktion in den Schlaf versetzt hat.

Eigens für diese Serie hatte das große Potsdamer Produktionsunternehmen UFA im Jahr 2005 die Frankfurter Tochtergesellschaft gegründet. Die ersten Episoden der im Rhein-Main Gebiet spielenden Krimiserie wurden zwischen Herbst 2005 und Ende 2006 abgedreht. Nun wolle man zunächst die Einschaltquoten dieser Staffel abwarten heißt es. Erst wenn die Quote zur Zufriedenheit des Senders ausfällt, darf die eigentlich schon beschlossene nächste Staffel in Produktion gehen.

Bei einem kommerziellen Sender würde einen diese Vorgehensweise nicht weiter überraschen. Dort werden die Kosten einer Produktion durch Werbeeinnahmen gedeckt, was nur geht, wenn die Spots genügend Zuschauer erreichen. Aber bei einer öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt? Tatsächlich aber gehen auch ARD und ZDF immer mehr dazu über, den Drehbeginn einer neuen Staffel erst zu genehmigen, wenn die ersten Sendungen beim Zuschauer Anklang gefunden haben und die Quoten stimmen.

Auf Produzentenseite ist das Verständnis für diese Verhalten gering. Zumal das ZDF die Entscheidung im Falle von Soko Rhein Main, entgegen vorheriger Absprachen, erst sehr kurzfristig getroffen und an die beteiligten Partner kommuniziert zu haben scheint. „Wenn sich das durchsetzt, dann geht ein weiteres Stück Planungssicherheit für Produzenten verloren“, so ein Filmunternehmer, der ungenannt bleiben will, unter anderem aber auch für ARD und ZDF arbeitet. Die ersten Zahlen für die Serie werden voraussichtlich im Mai vorliegen. Erst dann wird die Entscheidung fallen, ob die Schläfer in den Frankfurter Räumen der UFA wieder geweckt werden.
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